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Freiberufler: Steuern und Buchhaltung


Für Freiberufler wie z.B. Ärzte oder Künstler gelten bei der Steuer zum Teil andere Regeln als für Gewerbetreibende.

Abgrenzung zum Gewerbe (Gewerbesteuerpflicht)

Freiberuflich Tätige müssen keine Gewerbesteuer zahlen. Auch wenn durch den Steuerabzugsbetrag bei gewerblichen Einkünften die Gewerbesteuerbelastung bei einem geringem Hebesatz der Stadt/Gemeinde neutralisiert werden kann, führt die Einstufung als Freiberufler zu weiteren Entlastungen.
Ob eine Tätigkeit den Freien Berufen zugeordnet werden kann, ergibt sich aus § 18 des Einkommensteuergesetzes. § 18 Abs. 1 Nr. 1 EStG enthält einen Katalog sogenannter Freier Berufe wie z.B. Journalist, Rechtsanwalt oder Arzt. Demnach ist freiberuflich, wer seine Tätigkeit aufgrund seines besonderen Fachwissens, in der Regel nach Abschluss eines Studiums, erbringt. Hinsichtlich der rechtlichen Zuordnung müssen die Finanzgerichte und der Bundesfinanzhof häufig eine Klärung im Streit mit den Finanzämtern bringen. Weitere Kriterien zur Abgrenzung liefert u.a. § 1 Abs. 2 PartGG. Schwierigkeiten bereitet die Abgrenzung insbesondere bei neu entstandenen Medienberufen.

Im Zweifel kann beim Finanzamt eine verbindliche Auskunft beantragt werden, die jedoch kostenpflichtig ist.

Einkommensteuer, Freibetrag, Gewinnermittlung

Alle Einkünfte über dem Steuergrundfreibetrag in Höhe von EUR 7.834 (2009), EUR 8.004 (2010) unterliegen grundsätzlich der Einkommensteuer. Eine Steuererklärung muss jedoch jeder Freiberufler abgeben, auch wenn sein Gewinn unter dem Freibetrag bleibt.
Erleichterungen sind lediglich für die Gewinnermittlung vorgesehen: Liegen die Betriebseinnahmen unter EUR 17.500, ist eine formfreie Einnahmeüberschuss-rechnung ausreichend. Bei Einnahmen über EUR 17.500 ist die Verwendung der "Anlage EÜR" nach Auffassung der Finanzverwaltung für die Steuererklärung zwingend. Liegen die erklärten steuerpflichtigen Einkünfte im Jahr über 500.000 EUR wird das Finanzamt lückenlos Betriebsprüfungen durchführen. Aber auch unterhalb dieses Einkommens erfolgen regelmäßig behördenintern Prüfungen, insbesondere durch vorliegenden Kontrollmeldungen zu den erklärten Einnahmen.

Die Einkommensteuererklärung ist bis zum 31. Mai des Folgejahres abzugeben. Wer sich eines Steuerberaters bedient hat Zeit bis zum 31. Dezember.

Umsatzsteuer, Kleinunternehmer, Voranmeldung

Leistungen von Freiberuflern sind grundsätzlich umsatzsteuerpflichtig. Jede Rechnung muss daher die gesetzliche Umsatzsteuer (Mehrwertsteuer) in Höhe von i.d.R. 19% unter Beachtung der besonderen Formvorschriften erstellt werden.
Nur Kleinunternehmer, die im Vorjahr nicht mehr als EUR 17.500 eingenommen haben und im laufenden Jahr voraussichtlich nicht mehr als EUR 50.000 einnehmen werden, können selbst entscheiden, ob sie Umsatzsteuer erheben oder nicht.
Freiberufler, die Umsatzsteuer auf ihre Leistung aufschlagen, müssen diese nach Abzug der Vorsteuern aus formell richtigen Rechnungen (von anderen Unternehmen berechnete Umsatzsteuer) an das Finanzamt abführen.

Die Erklärung der Umsatzsteuer erfolgt auf dem entsprechenden amtlichen ElsterFormular durch elektronische Meldung (www.elster.de). Die Umsatzsteuervoranmeldung ist regelmäßig monatlich (ggf. vierteljährlich) bis zum 10. des Folgemonats - sofern keine Dauerfristverlängerung beantragt ist - an das Finanzamt zu übermitteln. Die "Besteuerung nach vereinnahmten Entgelten" sollte stets in Erwägung gezogen werden.

Die Ermittlung der zu zahlenden Umsatzsteuer bedingt eine vom Einzelbeleg zur Steuererklärung und umgekehrt einfach nachvollziehbare Buchhaltung.

Buchhaltung, Belege, Aufbewahrung

Auch Freiberufler trifft eine Pflicht zur einfachen Buchführung. In jedem Fall haben freiberuflich Tätige eine Pflicht zur Aufzeichung der Betriebseinnahmen und Ausgaben und zur Aufbewahrung der Belege und Dokumente. Eine ordentliche Buchhaltung stets zweckmäßig zur vernünftigen kaufmännischen Betriebsführung als Grundlage für alle betriebswirtschaftlichen Auswertungen für Banken, Leasinggeber, Vermieter u.a. sowie Steuererklärungen und Steueranmeldungen. So trägt auch der Freiberufler gegenüber dem Finanzamt die Feststellungs- und Beweislast für betriebliche Ausgaben und steuerbegünstigende Tatsachen, die seine Steuerlast mindern.

Sonstiges

Die Pflichtmitgliedschaft in der IHK entfällt und damit die jährlichen Pflichtbeiträge.

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