Strategien zur Gewinnsteuerung zum Jahresende

Freiberufler und Kleingewerbetreibende dürfen Ihren Gewinn durch Einnahmen- Überschussrechnung ermittelt. Das hat folgende Vorteile:

  • Die Einnahmen werden steuerlich erst in dem Veranlagungszeitraum erfasst, in dem der Zahlungseingang erfolgt (und nicht bereits in dem Veranlagungsjahr in dem der Anspruch erwachsen ist), was in der Regel bei den Ertragsteuern zu einer permanenten Steuerstundung führt.

  • Anzahlungen wirken somit gewinnwirksam im Jahr des Geldflusses

    .
  • Außerdem sind keine Bestände  an Waren und Vermögenswerten festzustellen, was nicht nur Arbeit spart sondern auch den die steuerlich zu berücksichtigen Aufwendungen in dem Jahr der Zahlung feststellt.

  • Schließlich sind die Buchführung und die Jahresabschlussarbeiten einfacher und damit kostengünstiger.

  • Dagegen kann eine Bilanzierung von Vorteil sein,

  • wenn am Jahresende ein hoher Bestand an unbezahlten Rechnungen und damit Verbindlichkeiten vorhanden ist, oder

  • wenn am Jahresende Rückstellungen u.a. für Pensionszusagen, nicht genommene Urlaubstage (nur für Arbeitnehmer) gebildet werden sollen und weil sich Verbindlichkeiten und Rückstellungen steuerstundend auswirken.

Das Wahlrecht der Gewinnermittlung kann also genutzt werden um die Steuerbelastung des betreffenden Jahres zu reduzieren. Die Entscheidungen zur Bilanzierung bindet drei Jahre.

Minderung der Einkünfte bei bilanzierenden Unternehmen

  • Anschaffung von geringwertigen Wirtschaftsgütern (bis 410 EUR ohne Umsatzsteuer) und soweit bisher 1.000 EUR noch nicht als Anschaffung erreicht wurde.

  • Vorziehen von sofort steuerlich abzugsfähigem Aufwand (z.B. Gebäudeinstandsetzungen und Renovierungen, Werbeaufwand, Beratungsaufwand etc.);

  • Nutzung von 20% Sonderabschreibungen von Anschaffungen von beweglichen Wirtschaftsgütern, für die zuvor eine Ansparabschreibung gebildet wurde.

  • Anschaffung von beweglichen Wirtschaftsgütern zur Vermeidung der Auflösung von Ansparabschreibungen bzw. Investitionsabzugsbetrages.

  • Einlage von gewillkürten Betriebsvermögen bei zu erwartender Wertminderung; Entnahme bei zu erwartender Wertsteigerung;

  • Verzögerung von Anlageverkäufen bei Buchgewinnen;

  • Zukäufe von Werkzeugen, für die ein Festwert anzusetzen und für die zum 31.12.2008 keine Bestandaufnahme vorzunehmen ist;

  • Verzögerung von Auftragsfertigstellungen bzw. Verzögerung von Auslieferungen nahe am Bilanzstichtag;

  • Bei der Anschaffung von immateriellen Wirtschaftgütern ( z.B. EDV-Software) die Gestaltungsmöglichkeiten wegen Aktivierungspflicht bei Werkvertrag oder sofortabzugsfähigen Kosten bei Dienstvertrag beachten;

  • Tantieme- oder Gratifikationszusagen an Mitarbeiter prüfen;

  • Auflösung von Dienstverhältnissen, die mit Abfindungsrisiken behaftet sind, vorziehen;

  • Erteilung oder Erhöhung von Pensionszusagen an Arbeitnehmer/GmbH-Geschäftsführer;

Minderung der Einkünfte bei Einnahme- Überschussrechnung (Freiberufler)

  • Anschaffung von geringwertigen Wirtschaftsgütern (bis 410 ohne Umsatzsteuer) und soweit bisher 1.000 EUR noch nicht als Anschaffungsumme erreicht wurde.

  • Zahlungen auf sofort steuerlich abzugsfähigem Aufwand (z.B. Gebäudeinstandsetzungen und Renovierungen, Werbeaufwand, Beratungsaufwand etc.) leisten;

  • Erhöhung der Abschreibungen durch Vorverlegung von Anschaffungen;

  • Verzögerung von Anlageverkäufen bei Buchgewinnen;

  • Vorauszahlung von Versicherungen, Mieten und Zinsen am Jahresende;

  • Umfinanzierungen bei neuen Zinsbindungen prüfen und Disagio vereinbaren und vor dem Abschlussstichtag zahlen;

  • Zinszahlungstermin bei Festgeldanlagen in das neue Jahr verlagern;

  • Anteile an Investmentfonds bzw. Anleihen kurz vor Jahresende erwerben, bei dem in der Kaufabrechnung eine hoher Betrag an Zwischengewinnen bzw. Stückzinsen ausgewiesen ist;

  • Anzahlungen auf Leistungen des kommenden Jahres leisten;

  • Einnahmen in das kommende Jahr verschieben;

  • regelmäßige Zahlungen können noch im alten Jahr berücksichtigt werden, wenn die Zahlung bis zum 10.Januar des Folgejahres erfolgt sind. (z.B. Umsatzsteuervorauszahlungen)

Bildung eines Investitionsabzugbetrages in Höhe von 40% der in den kommenden drei Jahren konkret vorgesehenen Investitionen.

Die Auflistung ist beispielhaft.

Bei Fragen stehen wir selbstverständlich gerne zur Verfügung.

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